Renaturierung Saiser Bach

Ausgangszustand:

Fischsterben aufgrund von Sauerstoffmangel im Saiser Bach

Der Saiser Bach verbindet die Wostevitzer Teiche mit dem Kleinen Jasmunder Bodden. Seit einigen Jahren kommt es an der Mündung des Saiser Bachs bei Lietzow regelmäßig zu massenhaftem Fischsterben. Die toten Fische sind nicht nur optisch und aufgrund von Geruchsbelästigung, sondern auch aus ökologischer Sicht ein Problem.

Bedingt ist dieses Fischsterben insbesondere durch die geringe Tiefe des Saiser Baches und dessen geringe Fließgeschwindigkeit, die sich unter bestimmten Bedingungen auch umkehren kann.

Die im Kleinen Jasmunder Bodden vorhandene Brassenpopulation steigt zum Laichen in die Wostevitzer Teiche auf und verendet aufgrund des niedrigen Sauerstoffgehaltes des Saiser Baches. Der „Gegenverkehr“ zurückschwimmender Brassen verschlimmert das Problem.

negative Auswirkungen des Brackwassereinfluss auf den Wostevitzer Teich

Durch den Brackwassereinfluss bei Fließumkehr des Saiser Baches verschlechtern sich die ökologischen Bedingungen im Wostevitzer Teich.

stark schwankende Wasserstände im Wostevitzer Teich

Stark schwankende Wasserstände im Wostevitzer Teich verursachen eine Nährstoffauswaschung aus den Randbereichen (Erlenbruch); damit eine zusätzliche Nährstoffbelastung mit einer Verschlechterung der ökologischen Bedingungen.

schlechte ökologische Durchgängigkeit des Doppelrohrdurchlasses

Die doppelte Verrohrung hatte eine Länge von ca. 12 m und schränkte damit die ökologische Durchgängigkeit des Saiser Baches stark ein.

technische Lösungen:

Errichtung einer Reuse als Einschwimmsperre am Einlauf des Saiser Baches in den Kleinen Jasmunder Bodden:

Die Reuse wurde „eingehaust“, um Vandalismusschäden zu vermeiden. Sie ist so konstruiert, dass eine Durchgängigkeit für Fische in Richtung Jasmunder Bodden jederzeit gewährleistet ist. In Richtung Wostevitzer Teich können jedoch nur kleine Fische passieren. Die Reuse wird nur temporär zu Zeiten des Fischzuges eingehängt.

Ebenfalls in der Umhausung befindet sich ein Stemmtor, das sich bei Fließumkehr des Saiser Baches schließt und damit verhindert, dass Brackwasser aus dem Jasmunder Bodden in den Wostevitzer Teich fließt.

Der Doppelrohrdurchlass wurde durch eine Brückenkonstruktion ersetzt:

In der Nähe des Einlaufes des Wostevitzer Teiches in den Saiser Bach wurde im Bach eine Grundschwelle in V-Form angebracht. Bei niedrigem Wasserstand im Wostevitzer Teich fließt durch den geringen Querschnitt wenig Wasser ab; bei hohem Wasserstand fließt viel Wasser ab, da dann der vollständige Querschnitt genutzt wird. Damit soll eine Verringerung der Wasserstandsschwankungen im Wostevitzer Teich erreicht werden.

Dieses Projekt wurde in Zuständigkeit des MInisteriums für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt M-V umgesetzt und durch die Europäische Union gefördert (Europäischer Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raumes).