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Renaturierung Saiser Bach

Der Saiser Bach verbindet die Wostevitzer Teiche mit dem kleinen Jasmunder Bodden. Seit einigen Jahren kommt es an der Mündung des Saiser Bachs bei Lietzow regelmäßig zu massenhaftem Fischsterben. Die toten Fische sind nicht nur optisch und aufgrund von Geruchsbelästigung, sondern auch aus ökologischer Sicht ein Problem.

 

Bedingt ist dieses Fischsterben durch mehrere Faktoren: Einerseits ist die Fließgeschwindigkeit des Saiser Bachs sehr gering und kann sich zeitweise auch umkehren. Dadurch gelangt salzhaltiges Wasser in den Saiser Bach und den Großen Wostevitzer Teich. Starke Wasserstandsschwankungen im Wostevitzer Teich führen zudem zu einem Nährstoffeintrag aus den Uferbereichen in das Gewässer.

Verschlimmert wird die Situation durch einen sehr hohen Besatz der Gewässer mit Bleien, die den Gewässergrund aufwühlen und den Sauerstoffgehalt im Seewasser senken. Die Fische verenden bereits in den Wostevitzer Teichen aufgrund der schlechten Wasserqualität und des Sauerstoffmangels und werden über den Saiser Bach in Richtung des kleinen Jasmunder Boddens gespült, wo sie sich an der Verrohrung an der Querung des Bodden-Panorama-Wegs und der eingebauten Fischsperre stauen.

Zurzeit findet an den Wostevitzer Teichen eine Hegebefischung statt, um den hohen Besatz mit Bleien in den Gewässern zu vermindern. Als langfristige Lösung sieht der Landschaftspflegeverband die Umsetzung von verschiedenen Maßnahmen vor, um das Fischsterben zu beheben:

An der Mündung des Saiser Bachs in den kleinen Jasmunder Bodden soll ein Auslaufbauwerk mit selektiver Fischsperre entstehen. Das dient dazu, dass kein salzhaltiges Wasser mehr aus dem kleinen Jasmunder Bodden mehr in den Saiser Bach hineinfließen kann und soll zudem die Anzahl der Bleie begrenzen, die zum Laichen aus dem kleinen Jasmunder Bodden in die Wostevitzer Teiche ziehen.

Die Querung des Saiser Bachs, an der momentan Rohre mit einem Durchmesser von 80 cm verbaut sind, soll entfernt und durch eine Fußgänger- und Radbrücke ersetzt werden, sodass die Durchgängigkeit des Gewässers wiederhergestellt wird. Fische und andere Arten, die den Saiser Bach durchwandern, sollen so wieder die Möglichkeit haben, von den Wostevitzer Teichen in den kleinen Jasmunder Bodden zu gelangen.

Als dritte Maßnahme soll eine Grundschwelle eingebaut werden, die den Wasserstand in den Wostevitzer Teichen stabilisiert, sodass Nährstoffeinträge reduziert werden.

Für die Umsetzung des Projekts liegt dem Landschaftspflegeverband ein Zuwendungsbescheid vor. Die Baumaßnahmen sollen noch 2020 beginnen und im Frühjahr 2021 abgeschlossen sein. 

 

Claudia Wichmann