Nordostpolder Neuensien

GrabenDas Problem im Nord-Ost-Polder Neuensien gleicht denen vieler entwässerter Niedermoorstandorte: da das Moorgrünland z.T. mit schwerer Technik bearbeitet wird, lassen Landwirte auf Pegelhöhen von z. T. unter – 1,00 m Fluroberkante schöpfen. Das Ergebnis ist eine vermullte Torfschicht, die Wasser undurchlässig ist und damit Niederschläge nicht aufnimmt sondern über Gräben zum Pumpwerk ableitet. Moordegradation mit gewaltigem CO2-Ausstoß und Moorsackungen von bis zu 1cm/Jahr sind die Folge.

BaggerDer LPV Ostrügen hat aus diesem Grunde in seinem Pflege- und Entwicklungsplan einer optimalen Wasserversorgung der Moorböden große Bedeutung beigemessen und in Abstimmung mit den betroffenen Landwirten als erste Maßnahme eine Grundsanierung des Grabensystems vorgenommen – so auch in diesem Polder.

ErlenDazu mussten die Erlen an einer Böschungsseite entfernt werden, um für die Baggerung die notwendige Baufreiheit zu sichern.

Nordostpolder RohreDer niedrige Wasserstand wurde außerdem dazu genutzt, die zerstörten Verrohrungen unter Überfahrten wieder herzustellen und z. T. Grabeneinläufe durch feldsteingemauerte Böschungskanten zu sichern.

Nach Abschluss dieser Arbeiten wurde der Ein- und Ausschaltpegel des Schöpfwerkes neu justiert, so dass nun die Pumpe bei 0,00 m HN die Pumpe einschaltet und bei – 0,10 m HN ausschaltet. Damit wird eine ständige Feuchte im Moorkörper gehalten und dessen Fähigkeit, Wasser ähnlich eines Schwammes zu binden, ist wieder hergestellt.

Entgegen geäußerter Befürchtungen der Landwirte, dass diese Wasserstände eine Grünlandnutzung erschweren bzw. unmöglich machen, zeigt sich, dass bei einer sachgemäßen Weide-/Mahd-Wechselnutzung die Grünlanderträge sogar höher liegen als vor der Wiedervernässung.

Im nördlichen Teil dieses Poldergebietes, das bis zu 3 m über HN liegt, war eine bessere Wasserversorgung des z. T. deutlich degradierten Moorkörpers nur durch den Bau von Stauen zu erzielen. Eine sehr mühsame Arbeit, da die Baumaterialien wie Holz und Tonmergel per Handkarre zu den Bauplätzen zu transportieren waren.

StaueBereits nach einer Vegetationsperiode waren die Staue mit Sumpfvegetation derart bewachsen, dass sie nicht als störende Elemente in der Landschaft wahrgenommen werden.

AmphibienSeit der Wiedervernässung sind die Gräben des Polders Neuensien wieder ein Refugium für viele Amphibienarten, wie an den zahlreichen Kaulquappen im Malbusen zu ersehen ist.