Waldpark Semper

Wiederherstellung des Waldparkes Semper

Logo Iga RostockWegekonzept Semper

Ausgangssituation:

Der Waldpark Semper bei Lietzow umfasst ca. 38 ha, ist Bestandteil der Semper Heide und wurde mit dem Bau des Schlosses um 1920 errichtet. In seiner wechselvollen Geschichte wurden Schloss und Waldpark von 1963 bis 1990 als paramilitärische Ausbildungsstätte genutzt und die einstmalig imposanten und landschaftsästhetischen Parkelemente verfielen bzw. wurden von Gehölzen überwuchert.

Der Landschaftspflegeverband Ostrügen e.V. hat diesen Waldpark von 2000 bis 2002 nach historischem Vorbild wieder hergestellt.

Semper BuschSemper WegSemper Rhododendron

 Realisierung:

Ein Schwerpunkt war die Wiederherstellung des Wegesystems. Dazu dienten alte Karten, da die Wege nicht mehr erkennbar und nur Trampelpfade vorhanden waren.

Mit Wegeführung wurden die einzelnen anthropogenen Waldparkelemente verbunden.

Auch die wunderschöne, in den letzten Jahren jedoch leider sehr vernachlässigte Rhododendronalle an der Zufahrt zum Schloss wurde beschnitten und nachgepflanzt.

Semper TreppeDa es in Höhe des Waldparkes bislang keine Möglichkeit gab, vom Hochuferweg zum Strand bzw. umgekehrt zu gelangen, wurden an verschiedenen Stellen Sandrutschhänge ausgetreten. Ein wichtige Aufgabe war deshalb der Bau einer Treppe als Hochuferabstieg zum wildromantischen naturbelassenen Blockstrand. Damit entstand zugleich ein Rundweg Lietzow – Waldpark Semper – Klifftreppe – Blockstrand – Lietzow.

Im weiteren Verlauf der Arbeiten wurden zahlreiche bauliche Hinterlassenschaften der paramilitärischen Nutzung zurück gebaut, insbesondere alte Schuppen, Zäune und diverse Gebäude.

Semper Ruinen

Mit großem Aufwand wurden die Kaskadenteiche wieder hergestellt, die sehr stark verschlammt waren. Sie fangen das Niederschlagswasser der umliegenden Höhen auf. Es gibt eine kleine Insel mit 2 ca. 100jährigen Eichen, zu der eine Holzbrücke führt. Der Abfluss erfolgt über ein Feldsteingerinne in den Großen Jasmunder Bodden. Diese Teiche haben als Amphibienlaichgewässer eine große Bedeutung.

Semper TeichSemper Tuempel alt

Semper KrueppelbuchenEine außergewöhnliche dendrologische Rarität ist diese als Süntelbuche bezeichnete Buchenart. Sie ist keine Züchtung, sondern eine sehr seltene Mutation der Fagus sylvatica var. suentelensis. Diese Ergänzung weist darauf hin, dass diese Art natürlich nur im „Süntel“, einem Hochland auf Jurakalk nördlich von Hameln, vorkommt. Wegen ihres bizarren Wuchses werden sie im Volksmund auch Hexenbuchen genannt. Diese Krüppelbuchen sind zu jeder Jahreszeit eine Attraktion. Belaubt bilden sie ein fast regenundurchlässiges Kuppeldach, nach dem Laubfall sind die schlangenförmigen, mehrfach durch Knickwuchs ineinander verschachtelten Astgebilde zu bewundern.

Semper WasserturmMit dem Bau des Schlosses Semper wurde zur Wasserversorgung ein Wasserturm auf der höchsten Stelle gebaut. Um dieses Bauwerk in das natürliche Umfeld (Wald) zu integrieren, wurde die Fassade sehr aufwändig mit Feldsteinen verblendet, so dass dieser Turm den Anschein einer mittelalterlichen Ruine erweckt. Er war bis ca. 1953 in Funktion. Mit der Restauration des Waldparkes wurde die stark beschädigte Fassade wieder hergestellt und das Umfeld vom Unterholz befreit.

ehemaliger TennisplatzDer ehemalige Tennisplatz ist eine Rasenfläche, die den Schlossbewohnern als Sportstätte diente. Wahrscheinlich war diese Fläche dreiseitig von einer Flintsteinmauer auf Feldsteinsockel umrahmt. Da das Areal seit Kriegsende nicht mehr genutzt wurde, hatte sich dort eine Birken-Eschen-Hasel-Sukzession etabliert, die Mauerreste waren zugewachsen, die Eingangspostamente zerstört. Im Zuge der Restaurierung des Waldparkes wurde ein Teil der Feld- und Flintsteinmauer wieder aufgebaut, so dass jetzt gut zu erkennen ist, mit wieviel Geschmack und unter Verwendung ausschließlich auf Rügen vorkommender Natursteine diese Parkelemente in der Semper Heide entstanden sind.

Alle Parkelemente sind mit viel Liebe und Detailtreue restauriert worden, die neu gestalteten Waldwege laden zum Flanieren ein.

Blick auf den Großen Jasmunder BodderDarüber hinaus hat der Besucher vom Hochuferweg einen eindrucksvollen Blick auf den Großen Jasmunder Bodden. Im Hintergrund sieht man die Freilichtbühne Ralswiek, auf der jährlich in den Sommermonaten die Störtebeker-Festspiele stattfinden.