Ossen

Wiedervernässung der Ossen-Niederung

Das Niedermoorgebiet um das Gewässer Ossen (Gemeinde Buschvitz / Insel Rügen) wurde nachgewiesen bereits seit 1835 entwässert. Größere Meliorationsvorhaben fanden dann in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts statt. Der Wasserstand wurde um bis zu 60 cm abgesenkt und das natürliche Moorgrünland zudem mehrfach umgebrochen.

Im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes „Ostrügensche Boddenlandschaft“ konnten ca. 250 ha der den Ossen umgebenden Grünland- und Waldflächen durch den Landschaftspflegeverband erworben werden. 2011 erfolgte die Anerkennung dieses ökologisch äußerst wertvollen Gebietes als Nationales Naturerbe.

Durch die umfangreichen Bemühungen des Landschaftspflegeverbandes in enger Zusammenarbeit und mit Unterstützung der Gemeinde Buschvitz, des Landes Mecklenburg-Vorpommern und der Bundesrepublik Deutschland werden die ursprünglichen Funktionen des Moores wie z. B. Speicherung von Kohlendioxid und Wasserrückhaltung wiederhergestellt und die Niederung zu einem kleinen Paradies für zahlreiche, teilweise gefährdete Vogelarten wie Seeadler, Kranich, Eisvogel, Rohrdommel oder Wachtelkönig und viele andere Tier-und Pflanzenarten entwickelt.

Mit der Renaturierung begonnen wurde durch den Landschaftspflegeverband 2008 mit der stufenweisen Anhebung des Wasserstandes, durch die sich die Qualität des Wassers im Ossen in den letzten Jahren bereits nachweislich verbessert hat.  

Bei abschließenden Bauarbeiten in den letzten Wochen ist die freie Verbindung zwischen dem Ossen und dem Kleinen Jasmunder Bodden wieder hergestellt worden. Die Pumpe wurde abgestellt und das Schöpfwerkgebäude durch einen Bypass umgangen.

Der vorgelagerte, ursprünglich rechteckig angelegte Malbusen mit steilem Ufer wurde umgestaltet. Verwallungen wurden zurückgebaut, die Uferzone in einer unregelmäßigen Form und mit verschiedenen Böschungsneigungen neu modelliert , so dass nun der Eindruck eines natürlichen Gewässers entsteht.

Auch der Verbindungsgraben zwischen Schöpfwerk und Kleinem Jasmunder Bodden wurde mit unterschiedlichen Querschnitten und Böschungsneigungen wieder naturnah angepasst.

Durch den nun uneingeschränkten Wasseraustausch zwischen dem Ossen und dem Kleinen Jasmunder Bodden wird sich die Wasserqualität weiter verbessern und die Wasserfläche wird sich erheblich vergrößern.

Zukünftig beabsichtigt der LPV als Flächeneigentümer die Etablierung einer extensiven Beweidung mit robusten Rinder- und Pferderassen.

Das Schöpfwerksgebäude wird stehen bleiben und soll perspektivisch mit einer Aussichtsplattform versehen werden, um das Gelände für die Öffentlichkeit erlebbar zu machen.